Langstrecken im E-Auto: So gelingt die Reise
Wie gut kommt man mit einem E-Auto in den Urlaub? Die Antwort dar...

Wenn die Temperaturen fallen, werden Elektroautos und Ladeinfrastruktur vor eine Herausforderung gestellt. Denn Kälte beeinflusst nicht nur die Batterieleistung, sondern auch das Ladeverhalten – mit Folgen für Reichweite und Ladezeiten. Neue Studien und Praxisbeispiele zeigen jedoch: Mit moderner Ladeinfrastruktur lassen sich die meisten winterlichen Herausforderungen zuverlässig meistern.
Mehrere aktuelle Untersuchungen, darunter eine europaweite Analyse von ev.com und Tests des ADAC, zeigen, dass Elektroautos im Winter durchschnittlich 15 bis hin zu 30 Prozent Reichweite verlieren können. In extremen Frostlagen sogar bis zu 40 Prozent. Grund sind die veränderten chemischen Prozesse in Lithium-Ionen-Akkus, die bei Temperaturen zwischen 20 und 35 Grad Celsius die besten Leistungsvoraussetzungen erreichen. Niedrige Temperaturen dagegen verlangsamen die chemischen Prozesse, wodurch die Batterie weniger Energie aufnehmen und abgeben kann.
Hinzukommt, dass Innenraumheizung und Scheibenenteisung den Verbrauch der Batterie erhöhen. Ein wichtiger Tipp ist daher, das Fahrzeug schon vorzuheizen, wenn es noch an der Ladesäule angeschlossen ist und die zusätzlich benötigte Energie so im Anschluss nicht die Fahrzeugbatterie belastet. Auch die Nutzung von Funktionen wie Sitz- und Lenkradheizung anstatt primär der Luftheizung ist zu empfehlen, da diese effizienter im Energieverbrauch sind.
Gerade neuere Elektrofahrzeuge sind durch ein verbessertes Thermomanagement, Wärmepumpen und Software-Updates gut auf den Winter vorbereitet. Modelle mit aktivem Batterieheizsystem, wie sie etwa Tesla, BMW oder Hyundai einsetzen, halten Ladeleistung und Reichweite auch bei Minusgraden weitgehend stabil. Dabei wird der Akku automatisch vorgeheizt, um die Funktionen zu optimieren.
Denn neben dem Fahrzeug selbst ist auch die Ladeinfrastruktur entscheidend, um mit dem Elektroauto im Winter keine Einbußen zu haben. Kalte Akkus können beim Schnellladen (DC) nur einen Bruchteil der möglichen Leistung aufnehmen. Studien des Fraunhofer ISE zeigen, dass sich bei Temperaturen unter 10 Grad Celsius die Schnellladezeit oft um 30 bis 50 Prozent verlängert, wenn die Batterie nicht vorgeheizt ist. Für die Praxis bedeutet das: Während Fahrzeuge mit aktivem Batterie-Thermomanagement das kompensieren können, benötigen andere Modelle ein Vorheizen oder kurze Fahrstrecken vor dem Schnellladen, um die Ladeleistung optimal nutzen zu können.
Auch Hersteller und Anbieter von Ladeinfrastruktur können dabei helfen, die Nutzung von E-Autos im Winter bestmöglich zu gestalten. Denn da der Energieverbrauch im Winter steigt, muss sichergestellt sein, dass immer genügend Strom zur Verfügung steht. Ein intelligentes Lastmanagement in Kombination mit PV-Anlagen und Batteriespeicher sind daher die besten Möglichkeiten, um dies zu gewährleisten – für private Fahrer*innen, aber auch wenn es sich um große Firrmenflotten handelt. So hat Mer beispielsweise bei TecAlliance einen Ladepark mit Photovoltaik-Anlage und Pufferspeicher realisiert, der auch bei winterlicher Netzbelastung zuverlässig Energie liefert.
Gerade im Winter ist dabei die Planung entscheidend. Flottenmanager*innen sollten Ladezeiten anpassen, Fahrzeuge vorwärmen lassen und Reichweitenreserven von 20 bis 30 Prozent einplanen. Auch eine Schulung der Mitarbeitenden, wie sie die E-Autos im Winter effizient fahren und laden, kann eine wichtige Stellschraube sein.
Dasselbe gilt natürlich auch für private Fahrer*innen, die unterwegs regelmäßig laden. Gerade bei niedrigen Temperaturen ist es wichtig, die Batterie nicht komplett leer zu fahren und spätestens bei zehn Prozent verbliebenem Akku eine Ladestation aufzusuchen. Auch gilt im Winter nochmal mehr als im Sommer: lieber öfter kleine Lademengen als ab und zu komplett auf 100 Prozent zu laden. Mit der richtigen Planung sind Reichweite und Akkuleistung also auch im Winter keine Herausforderung.
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