Meine Kinder werden sicher nur noch vollelektrisch unterwegs sein.

Yusuf Yücel, ZF - Senior Manager Logistics

Yusuf Yücel, Senior Manager Logistics bei ZF, hat vor 16 Monaten auf einen elektrischen Dienstwagen umgestellt. Er wurde vom Elektromobilitätspartner Mer unterstützt. Yücel findet das elektrische Fahren angenehm, insbesondere in der Stadt. Er hat jedoch festgestellt, dass das Laden auf längeren Strecken, besonders im Ausland, herausfordernd sein kann. Trotz einiger Probleme mit dem öffentlichen Laden ist er optimistisch, dass die Kinderkrankheiten der Elektromobilität bald behoben werden. Er hofft auf Fortschritte in der Batterieproduktion und beim Ausbau der Ladeinfrastruktur und glaubt, dass seine Kinder in Zukunft ausschließlich vollelektrisch unterwegs sein werden.

Ausgangs-
situation

  • steigende Anzahl an elektrischen Dienstwagen
  • Ladelösungen für Mitarbeiter*innen am Standort und zu Hause benötigt

Warum Mer Germany?

  • Elektromobilitätspartner von ZF seit 2017
  • Koordination des kompletten Projektmanagements bei der Elektrifizierung der Dienstwagenflotte

Lösung

  • Installation von über 1300 Heimladestationen bei ZF-Fahrer*innen
  • Aufbau einer Ladeinfrastruktur am Unternehmensstandort inklusive Gesamtlastmanagement

Elektrifizierung der Dienstwagenflotte: ZF und Mer
© 2024 ZF Friedrichshafen AG

ZF Friedrichshafen AG

  • weltweit aktiver Technologiekonzern im Bereich Mobilität (Pkw und Nutzfahrzeuge) und Industrietechnik
  • Anbieter von umfassenden Produkt- und Software-Lösungen in den Technologiefeldern Vehicle Motion Control, Integrierte Sicherheit, Automatisiertes Fahren und Elektromobilität
  • aktiv in 31 Ländern weltweit mit rund 168.700 Mitarbeitern in 162 Produktionsstandorten
  • Umsatz 2023: 46,6 Mrd. Euro
ZF Friedrichshafen AG

Vor etwas mehr als 16 Monaten ist Yusuf Yücel, Senior Manager Logistics bei ZF in Friedrichshafen, auf einen elektrischen Dienstwagen umgestiegen. Wir sprachen mit ihm über seine Erfahrungen beim Fahren und Laden in Deutschland und Europa und die Zukunft der Elektromobilität.

Dass Yusuf Yücel sich vor anderthalb Jahren für den Umstieg auf einen Plug-in-Hybriden als Dienstwagen entschied, dafür gibt es zwei gute Gründe. Erstens seine Neugier als Ingenieur. Und zweitens seine beiden Söhne. „Sie fahren beide Kindercross, und sogar da gibt es schon Motorräder mit Elektroantrieben“, erzählt Yücel lachend. Und wenn selbst seine Kinder bei ihrem Hobby mit der Elektromobilität in Kontakt kommen, dann muss der Vater doch mitreden können. „Ich bin so einer, der Sachen gern selbst ausprobieren will. Ständig liest man über die Vor- und Nachteile von Elektroautos. Irgendwann hat es mich einfach gereizt, mir ein eigenes Bild zu machen.“

In die Karten spielte ihm dabei die Tatsache, dass sich sein Zuhause nur rund fünf Kilometer von seiner Arbeitsstelle entfernt befindet. Eine Strecke, die auch die kleinere Batterie in einem PHEV nicht wirklich fordert. Yücel ist Senior Manager Logistics bei ZF in Friedrichshafen. Seit 26 Jahren ist er bereits in dem Unternehmen tätig, das selbst Technologie für die Mobilität von PKWs, Nutzfahrzeugen und die Industrietechnik entwickelt. Über die Möglichkeiten und das Prozedere, auf einen E-Dienstwagen umzusteigen, informierte sich Yücel im Intranet von ZF. „Das wurde von unserem Fuhrparkmanagement wirklich sehr gut aufbereitet.“ Unter anderem mit Informationsvideos, die Mer, der Elektromobilitätspartner von ZF, dem Unternehmen zur Verfügung gestellt hatte.

Keine Probleme beim Umstieg dank Mer

Seit 2017 ist Mer bereits Elektromobilitätspartner von ZF. Als solcher kümmert sich Mer um das komplette Projektmanagement, bei der Elektrifizierung der Dienstwagenflotte. Zu den Leistungen gehören unter anderem die Installation der Wallboxen beim Fahrer zu Hause, die Abrechnung des Ladestroms mit dem Arbeitgeber über einen separaten Zähler, die Lieferung von 100 Prozent Ökostrom beim Laden, falls gewünscht der Aufbau einer Ladeinfrastruktur am Unternehmensstandort inklusive Gesamtlastmanagement sowie Zugang zu einem öffentlichen Ladenetz in ganz Europa. Da Yusuf Yücel noch keine Wallbox bei sich zu Hause hatte, kümmerte sich Mer auch bei ihm um den Einbau. „Obwohl es damals durch coronabedingte Lieferengpässe zu kleineren Verzögerungen kann, lief alles rund.“ Selbst eine nachträgliche Verlegung der Wallbox, um beim Aussteigen mehr Platz in der Garage zu haben, war kein Problem. Insgesamt installierte Mer bereits bei 1304 ZF-Fahrer*innen eine Heimladestation. Die Wartezeit auf die eigene Wallbox konnte Yücel zudem ohne Probleme mit den Lademöglichkeiten am Firmenstandort abdecken. An den Standorten wird in der Regel sowohl das akkuschonendere AC-Laden als auch das Schnellladen mittels DC angeboten. Von den 1944 aktiven Fahrzeugen der ZF-Flotte sind sogar schon 248 Fahrzeuge vollelektrisch unterwegs. Mit 266 Fahrzeugen gibt es nur etwas mehr reine Verbrenner in der Flotte, während der Großteil der Fahrer*innen – insgesamt 1430 – wie Yusuf Yücel mit einem Plug-in-Hybrid auf der Straße ist.

Elektromobilität im Praxistest

Vom Praxistest seines neuen Fahrzeugs, ein BMW X5, war Yücel dann selbst überrascht. „Ich komme aus der Verbrennerwelt. Ich bin davor einen Audi SQ7 mit einem V8 Dieselmotor gefahren und hätte nicht gedacht, dass dieses leise Fahren und der Fahrkomfort so angenehm sind.“ Auch mit dem Laden seines Fahrzeugs hatte Yücel bisher kaum Stress. „In der Stadt ist es überhaupt kein Problem, alles elektrisch zu fahren.“ Das gilt für den Weg zu Arbeit ebenso wie für die Fahrten, um die Kinder in ihre Vereine zu bringen oder die meisten Wochenendausflüge. Im Sommer muss Yücel sogar nur alle zwei Tage laden. Im Winter dagegen jeden Tag.

Doch neugierig, wie er ist, wollte Yusuf Yücel, dann eben doch auch herausfinden, ob sein X5 auch längere Touren als nur die Stadtfahrten vollelektrisch packt. Schließlich hat er Kollegen, die mit ihrem vollelektrischen Tesla sogar in die Türkei fahren. Sein Fazit: „In Deutschland ist das Laden mittlerweile überhaupt kein Problem mehr. Wäre ich nur in Deutschland unterwegs, würde ich mir sogar schon den Umstieg auf ein rein elektrisches Fahrzeug zutrauen. Unsere Urlaubsfahrten haben uns aber auch nach Südfrankreich, Kroatien oder Sardinien geführt. Und da wird es mit dem Laden mitunter wieder spannend.“ In Richtung Frankreich blieb das Bild von der Ladeinfrastruktur noch positiv. „Kroatien und Sardinien waren dann jedoch eine andere Hausnummer. In Kroatien waren wir dann leider die ganze Zeit wieder nur mit dem Verbrennerantrieb unterwegs.“

Kreativer Umgang mit Kinderkrankheiten

Dass das öffentliche Laden jedoch auch in Deutschland hin und wieder zum Abenteuer werden kann, musste Yücel ebenfalls erfahren. „Manchmal werden die RFID-Karten an einer Ladesäule nicht erkannt. Theoretisch hätte ich dann ja noch die Möglichkeit, den Ladevorgang per App zu starten. Steht man dabei jedoch in einer Tiefgarage ohne Empfang, funktioniert auch das nicht.“ In manchen dieser Situationen konnte ein von Yücel schnell entwickelter Workaround das scheinbar Unmögliche doch noch möglich machen. Einfach den Code an der Ladesäule abfotografieren und draußen mit Empfang den Ladevorgang starten. „Aber das funktioniert nicht immer“, lacht Yücel und ist sich sicher, dass diese Kinderkrankheiten der Elektromobilität bald vorbei sein werden.

Was Yücel sowohl auf den Urlaubsfahren als auch auf den Familienausflügen in die nahen Berge am Wochenende nachhaltig beeindruckte, war die Tatsache, wie viel Energie das Rekuperieren in die Batterie befördert. „Als Ingenieur interessiere ich mich sehr für Zahlen und belastbare Statistiken. Ich war ehrlich überrascht zu sehen, wie schnell und wie stark sich der Akku bei Bergabfahrten wieder aufgeladen hat. Das waren teilweise 20 bis 25 Prozent. Es ist schon toll, wie sehr sich die Technologie in der Mobilität weiterentwickelt hat.“

Die Entwicklung der E-Mobilität geht weiter

Wie groß die Veränderung ist, spürt Yücel hautnah, wenn er mit einem seiner Oldtimer unterwegs ist, die er in seiner Freizeit gerne fährt. Weder Fahrgefühl noch Fahrkomfort der alten Wagen seien mit den Fahrzeugen von heute vergleichbar. Scheiben, die an regnerischen Tagen von innen beschlagen. Schweinwerfer, die die Straße kaum ausleuchten. „Als Kinder saßen wir alle noch in solchen Fahrzeugen“, erinnert sich Yücel. Seine beiden Jungs, 8 und 11 Jahre alt, waren dagegen ganz hellhörig, als ihnen ihr Vater erzählte, dass in dem neuen Familienauto nicht nur Technologie von ZF, also „seinem“ Unternehmen stecke, sondern dass es sowohl elektrisch als auch mit einem klassischen Verbrennungsmotor fahren könne. Und die Entwicklung bleibt ja nicht stehen. Yücel hofft vor allem auf den Durchbruch bei der Batterieproduktion und den finalen Ausbau der Ladeinfrastruktur europaweit. Gelingt das, ist er sich sicher, dass seine Kinder in acht oder zehn Jahren nur noch vollelektrisch unterwegs sein werden.

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