Feiertagsmobilität: Effizient und nachhaltig durch die schönste Zeit des Jahres

Die Weihnachtszeit ist für viele Menschen eine der schönsten, aber auch mobilitätsintensivsten Phasen des Jahres. Familienbesuche, Ausflüge zu Weihnachtsmärkten, Einkäufe und Urlaubsreisen führen dazu, dass die Straßen voller werden – und gleichzeitig steigen in dieser Zeit die verkehrsbedingten Emissionen besonders stark an. Doch es geht auch anders: Wer bewusst plant und nachhaltige Mobilitätslösungen nutzt, kann seinen CO₂-Fußabdruck über die Feiertage spürbar reduzieren – ohne auf Komfort verzichten zu müssen.

Close up of electric car in winter

Volle Straßen in den Weihnachtsferien

Je nachdem, wann die Schulferien in den einzelnen Bundesländern beginnen, wird es auf den Straßen immer voller. 2025 macht Hamburg am Mittwoch, 17. Dezember, den Anfang. Für die meisten ist der erste Ferientag dann Montag, der 22. Dezember. Viele fahren aber schon am Freitagabend oder am Wochenende los, um etwa Verwandte zu besuchen und mit ihnen den Heiligabend zu verbringen. Daher erwartet der ADAC besonders am Wochenende vor Weihnachten viel Verkehr und Staus auf den deutschen Straßen. Und danach wird es nicht unbedingt ruhiger, denn dann geht es für einige in den Winterurlaub, bevorzugt in die Alpen. Das heißt also: Weihnachtszeit ist auch Autozeit. Um aber die sowieso schon hohe Umweltbelastung in dieser Zeit durch Geschenke und den Paketversand, Verpackungen, Weihnachtsbeleuchtung sowie den Energieverbrauch beim Kochen und Backen zu reduzieren, sollten die Fahrten rund um die Feiertage gut durchdacht sein.

Gerade Elektromobilität bietet dabei viele Vorteile, um effizient, nachhaltig und entspannt durch die Feiertage und ins neue Jahr zu kommen. Doch auch das elektrische Fahren will gut geplant sein, schließlich ist gerade im Winter durch niedrigere Temperaturen der Stromverbrauch höher. Um hier möglichst sparsam unterwegs zu sein, empfiehlt es sich, zuhause oder an entsprechenden Ladesäulen mit Ökostrom zu laden oder dynamische Stromtarife zu nutzen, um den CO₂-Fußabdruck so klein wie möglich zu halten. Wenn die Reisestrecke länger ist, ist es sinnvoll, vorab die Ladepunkte zu checken, um nicht unnötig in Stress zu geraten. Wer das Auto im Carport oder der Garage stehen hat und dadurch die Batterie wärmer hält, kann die Ladeeffizienz zusätzlich erhöhen und Strom sparen.

Nachhaltiges und effizientes Fahrverhalten

Sparen lässt sich auch durch das richtige Fahrverhalten, angefangen bei der Ausstattung des Autos. So können zum Beispiel Winterreifen mit einer guten Energieeffizienzklasse den Verbrauch reduzieren. Das gilt auch für die Art der Heizung: Sitz- und Lenkradheizung wärmen nicht nur schneller, sie benötigen auch weniger Energie. Und wer vorausschauend fährt, statt ständig zu bremsen und wieder zu beschleunigen sowie mäßige Geschwindigkeiten nutzt – auf der Autobahn können 10 bis 20 km/h weniger bereits deutliche Reichweitengewinne bringen – fährt maximal effizient.

Kleine Änderungen im Fahrverhalten machen einen großen Unterschied – besonders auf winterlichen Strecken. Aber nicht jede Fahrt muss mit dem eigenen Fahrzeug stattfinden – besonders nicht während der Feiertage, wenn Verkehrsbelastung und Parkplatzsuche ihren Höhepunkt erreichen. Fahrgemeinschaften können für gemeinsame Besuche auf dem Weihnachtsmarkt oder bei Verwandten eine sinnvolle Alternative sein, um CO₂ zu sparen. Je nach Zielort gibt es auch gute Möglichkeiten, die Anreise komplett oder teilweise mit Bus und Bahn zu gestalten.

Nachhaltige ÖPNV-Lösungen der Zukunft

Klar, der ÖPNV ist nicht immer geeignet, um genau dorthin zu kommen, wo man hinwill. Gerade in ländlichen Regionen ist das oft schwierig. Trotzdem lohnt es sich, die Möglichkeiten vorab zu checken, denn gerade zu Weihnachtsmärkten oder anderen winterlichen Attraktionen gibt es vielerorts Shuttle-Services. Besonders nachhaltig: Schon heute fahren in vielen deutschen Städten auch die Busse elektrisch. Tendenz steigend.

Und womöglich tut sich hier in Zukunft noch mehr. So soll zum Beispiel im Februar 2026 der SUE (Self-Driving Urban E-Shuttle) auf den Markt kommen. Ein Unternehmen aus Gaimersheim bei Ingolstadt hat knapp vier Jahren am Prototyp eines autonomen People Movers gearbeitet, der für den Einsatz im öffentlichen Nahverkehr ausgelegt ist und als Leuchtturmprojekt für technologische Souveränität und nachhaltige Mobilität gilt. Mit Lösungen wie diesen könnte der ÖPNV in Zukunft wieder attraktiver werden und helfen, die Umwelt zu schützen.

Praktische Planungstipps für nachhaltige Mobilität

Nachhaltige Mobilität bedeutet aber nicht nur emissionsarme Fahrzeuge zu nutzen, sondern auch Wege effizient zu gestalten. Gerade während der Feiertage hilft das doppelt – weniger Stress, weniger Emissionen. Mit den folgenden praktischen Planungstipps wird die Weihnachts- und Winterzeit in Sachen Mobilität noch nachhaltiger:

  • Besuche bündeln statt mehrere Einzeltrips zu fahren
  • Routen vorher checken, um Staus und unnötige Umwege zu vermeiden
  • Auch mal digitales Beieinander einplanen, wenn persönliche Treffen nicht zwingend notwendig sind

Nachhaltige Feiertagsmobilität ist kein komplizierter Schritt, sondern oft das Ergebnis vieler kleiner, bewusster Entscheidungen. Mit dem Elektroauto CO₂-arm unterwegs zu sein, clever zu laden und Wege smart zu planen, macht nicht nur die Umwelt glücklicher, sondern auch die Reisenden selbst: weniger Stress, mehr Komfort, bessere Planbarkeit. Ob zu Familie und Freunden, in den Urlaub oder auf den Weihnachtsmarkt – so reist man effizient, nachhaltig und entspannt durch die schönste Zeit des Jahres.

9 zusätzliche Tipps für nachhaltige Weihnachten

  1. Geschenke möglichst nachhaltig verpacken, etwa mit Zeitungspapier, einfach mit einer Schleife versehen oder wiederverwendbare Geschenktüten nutzen
  2. Es müssen nicht immer große Geschenke sein, besonders wertvoll ist es doch gemeinsame Zeit zu verschenken
  3. Festtagsgerichte können auch ohne Fleisch lecker sein. Es gibt viele kreative, vegetarische oder vegane Alternativen
  4. Weihnachtsbäume sind nachhaltiger, wenn sie aus der Region und aus ökologischer Erzeugung stammen
  5. Es geht aber auch ganz ohne Weihnachtsbaum – Schmuck macht sich genauso gut an Zimmerpflanzen oder einem Baum im Garten
  6. Bei der Beleuchtung ist es besser, auf stromsparende LEDs zu setzen und batteriebetriebene Geräte zu vermeiden
  7. Bei Deko und Baumschmuck auf wiederverwertbare Artikel zurückgreifen und auf Einmalprodukte wie Lametta möglichst verzichten
  8. Geschenke weniger online shoppen und stattdessen lieber regional einkaufen – das spart den Versand und stärkt den lokalen Einzelhandel
  9. Bei Kerzen auf umweltfreundliche Produkte achten und möglichst Teelichter mit viel Alumüll vermeiden
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Michael Scherer

Über den Autor

Michael Scherer arbeitet seit 2021 bei Mer und unterstützt das Marketing-Team mit seinen Schreibfähigkeiten als Content & Communication Manager für Deutschland und Österreich.