AC oder DC laden - was Sie als E-Auto-Fahrer*in wissen müssen
Wer noch ein Auto mit Verbrennermotor fährt, hat bei der Frage des Betankens keine Wahl. Ein Dieselmotor benötigt Dieseltreibstoff, ein Benziner will Benzin. E-Auto-Fahrer*innen hingegen können ihr Fahrzeug entweder per AC oder DC laden – Wechselstrom oder Gleichstrom. Aber welche Ladeart ist wann die richtige Entscheidung? AC und DC Laden haben beide ihre Berechtigung, ihre spezifischen Vorteile und ihre typischen Einsatzbereiche. Das Verständnis für den Unterschied zwischen AC und DC Laden hilft dabei, das Fahrzeug effizienter zu laden, die Batterie besser zu schonen und die vorhandene Ladeinfrastruktur optimal zu nutzen.
Bei Mer verstehen wir, dass eine zuverlässige und unkomplizierte Ladeerfahrung von DC-Laden der Schlüssel zur Freude am E-Auto ist. Deshalb möchten wir Ihnen an dieser Stelle die technischen Hintergründe erläutern und aufzeigen, wie unser Angebot an Ladestationen Ihnen den Alltag erleichtert.
Inhaltsverzeichnis
1. Basiswissen: Was bedeutet AC oder DC Laden?
2. AC Laden
3. DC Laden
4. Geschwindigkeit und Technik: Warum ist DC so viel schneller?
5. Wie lange dauern AC und DC Laden jeweils?
6. Was ist HPC?
7. Was beeinflusst beim AC und DC Laden die Ladegeschwindigkeit?
8. Welcher Stecker passt für AC und DC Laden?
9. AC oder DC Laden: Wo kann ich was laden?
10. Kann jedes E-Auto DC-laden?
11. Welche Variante ist teurer: AC oder DC Laden?
Basiswissen: Was bedeutet AC oder DC Laden?
Um den Unterschied zwischen AC und DC Laden zu verstehen, müssen Sie zunächst einen kurzen Blick auf die Stromart werfen. Aus Ihrer heimischen Steckdose kommt Wechselstrom (AC – Alternating Current). Auch das öffentliche Stromnetz transportiert Strom in dieser Form. Der Motor Ihres Elektroautos benötigt jedoch Gleichstrom (DC – Direct Current). Die Umwandlung ist die entscheidende Aufgabe beim Laden.
AC Laden
Beim AC Laden, auch Wechselstromladen genannt, bleibt der Strom aus dem Netz in seiner ursprünglichen Form. Die Umwandlung in Gleichstrom übernimmt das fahrzeugeigene Ladegerät, der sogenannte Onboard-Charger. Da dieser verbaut ist, ist die Leistung begrenzt. Das ist der Grund, warum AC Laden zwar bequem, aber vergleichsweise langsam ist. Es ist die typische Lademethode für zu Hause an der Wallbox oder am Arbeitsplatz, wo das Fahrzeug oft mehrere Stunden steht.
DC Laden
Beim DC Laden, also dem Gleichstrom-Schnellladen, findet die Umwandlung bereits in der Ladestation selbst statt. Eine leistungsstarke Gleichrichtereinheit in der Säule wandelt den Wechselstrom aus dem Netz in Gleichstrom um und speist ihn direkt in die Batterie. Das Umgehen des schwächeren Bordladegeräts ermöglicht deutlich höhere Ladeleistungen und damit kürzere Ladezeiten. Besonders auf Langstrecken und an vielbefahrenen Achsen ist diese Technologie unverzichtbar.
Wenn Sie den Unterschied zwischen AC und DC Laden verstehen, können Sie eine Entscheidung bewusster treffen: AC vs. DC Laden ist kein Entweder-oder, sondern ein Zusammenspiel beider Ladevarianten, je nach Situation, Fahrzeug und verfügbarer Infrastruktur. Mer bietet mit seinem Ladenetz beide Varianten an: AC-Ladestationen mit bis zu 22 kW und DC Ladestationen mit 50 bis 75 kW sowie HPC-Stationen mit bis zu 400 kW und bald sogar 1000 kW.
Geschwindigkeit und Technik: Warum ist DC so viel schneller?
Der offensichtlichste Punkt beim Unterschied zwischen AC und DC laden ist die Geschwindigkeit. Während eine heimische Wallbox (AC) oft mit 11 oder 22 kW lädt, kann eine moderne DC Ladestation Leistungen von 50 kW bis weit über 300 kW liefern.
Was beeinflusst beim AC und DC Laden die Ladegeschwindigkeit?
Beim AC bzw. DC Laden spielen mehrere Faktoren eine Rolle für die tatsächliche Ladegeschwindigkeit. Die maximale Ladeleistung des Fahrzeugs – sowohl für AC als auch DC – ist der erste limitierende Faktor: Das Fahrzeug lädt nie schneller, als es technisch ausgelegt ist, unabhängig davon, wie leistungsstark die Ladestation ist.
Hinzu kommen folgende Faktoren beim AC und DC Laden:
- der aktuelle Ladezustand der Batterie (von 0-20 % und 80-100 % dauert länger)
- die Außentemperatur (Kälte reduziert die Aufnahmekapazität der Batterie)
- der allgemeine Zustand des Akkus
Beim AC und DC Laden an öffentlichen Ladestationen kann auch die Auslastung der Station eine Rolle spielen, etwa wenn sich mehrere Fahrzeuge die verfügbare Leistung teilen.
Welcher Stecker passt für AC und DC Laden?
Die Steckerfrage ist beim AC und DC Laden ein wichtiges Thema. Für das AC Laden wird in Europa in der Regel der Typ-2-Stecker verwendet. Er ist der europäische Standard für Wechselstromladen und an den meisten öffentlichen und halböffentlichen AC Ladepunkten anzutreffen. Stellenweise kann ein eigenes Kabel benötigt werden.
Für DC Laden kommen vor allem der CCS-Stecker (Combined Charging System) und – bei älteren Fahrzeugen, besonders japanischer Hersteller - CHAdeMO zum Einsatz. CCS kombiniert den Typ-2-Anschluss mit zwei zusätzlichen DC Kontakten und hat sich als europäischer Industriestandard etabliert. An Mer-Ladestationen werden standardmäßig Typ-2 und CCS unterstützt, an vereinzelten Standorten auch CHAdeMO. Mit diesen Varianten sind die meisten auf dem Markt befindlichen Elektrofahrzeuge kompatibel.
AC oder DC Laden: Wo kann ich was laden?
AC vs DC Laden unterscheidet sich auch darin, wo die jeweiligen Ladepunkte zu finden sind. AC Laden geht an Wallboxen zu Hause, Ladepunkten am Arbeitsplatz, in Parkhäusern oder öffentliche Parkplätze bieten meistens Wechselstromladen an.
DC Ladestationen finden sich an Autobahnen, Fernstraßen, Raststätten und zentralen Versorgungspunkten – überall dort, wo Fahrende eine schnelle Energienachladung benötigen. Mer bietet in seinem Netz an Ladestationen sowohl AC als auch DC Laden an, darunter auch HPC-Charger mit bis zu 400 kW. Um die nächste passende Ladestation zu finden, können Sie die entsprechende Funktion im Chargerportal von Mer oder der Connect ME-App nutzen – mit Echtzeit-Verfügbarkeit und Filtermöglichkeiten nach Ladegeschwindigkeit, Steckertyp und Zugang.
Mer zeigt dabei sowohl öffentliche als auch halböffentliche Ladepunkte für das AC und DC Laden an. Bei halböffentlichen Punkten lohnt ein Blick auf eventuelle Zugangs- oder Zeitbeschränkungen.
Kann jedes E-Auto DC laden?
Vor allem kleinere und ältere Modelle sind teils ausschließlich für AC Laden ausgelegt. Ein Blick ins Fahrzeughandbuch oder auf die technischen Daten zeigt, welche Ladeleistungen und Steckertypen das Fahrzeug unterstützt.
Fahrzeuge, die DC Laden unterstützen, verfügen über einen CCS-Anschluss (oder seltener CHAdeMO). Moderne E-Autos sind in der Regel für beide Ladearten ausgelegt. Sie kommen also beim AC und DC Laden an beiden Stationstypen problemlos zurecht.
Welche Variante ist teurer: AC oder DC Laden?
Grundsätzlich gilt: DC Laden ist in der Regel etwas teurer als das Laden mit Wechselstrom. Das liegt an den höheren Investitionskosten für DC Infrastruktur, die sich in den Tarifen niederschlagen. Beim AC und DC Laden an Mer-Stationen wird nach kWh abgerechnet – transparent, verständlich und nachvollziehbar.
Die jeweiligen Preise pro kWh werden direkt in der Kartenansicht der Ladestation sowie bei Auswahl eines Ladepunkts angezeigt – aufgeschlüsselt nach kWh-Tarif, möglicher Transaktionsgebühr und Überziehungsgebühr. Blockiergebühren erhebt Mer nicht. App-Nutzerinnen und -Nutzer erhalten monatlich eine übersichtliche Rechnung mit allen getätigten Ladevorgängen. Wer ohne App per Ad-hoc-Laden oder am Kreditkartenterminal zahlt, erhält den Beleg per E-Mail oder kann ihn über das Mer-Portal abrufen.
Was ist schonender: AC Laden oder DC Laden?
AC Laden ist tendenziell schonender für die Batterie, da es mit geringeren Strommengen und weniger Wärmeentwicklung einhergeht. Der sanftere Ladevorgang minimiert den Stress auf die Batteriezellen. DC Laden, insbesondere häufiges HPC-Laden mit sehr hohen Leistungen, kann die Batterie auf Dauer minimal stärker beanspruchen.