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Hohe Benzinpreise: Wann rechnet sich ein Elektroauto?

Während die Preise für Benzin und Diesel an Deutschlands Tankstellen wieder nach oben klettern, haben Fahrer*innen von Elektroautos mehr Möglichkeiten, auf die Kosten Einfluss zu nehmen. Mit der richtigen Herangehensweise lässt sich dadurch Geld sparen.

Die Ladeleistung beim Elektroauto: Ein Überblick

Die Entwicklung der Benzinpreise in Deutschland bleibt für viele Autofahrer*innen ein zentrales Thema. Nach aktuellen Auswertungen des ADAC liegt der durchschnittliche Preis für Super E10 derzeit bei rund 1,75 Euro pro Liter, Diesel bewegt sich etwas darunter. Auch wenn diese Werte unter den historischen Höchstständen des Jahres 2022 liegen, befinden sie sich im langfristigen Vergleich weiterhin auf einem relativ hohen Niveau. Und auch für die Zukunft ist kaum Besserung in Sicht: Rohölpreise, geopolitische Unsicherheiten und ein hoher Anteil an staatlichen Abgaben wie Energiesteuer, Mehrwertsteuer und vor allem der CO₂-Preis treiben die Kosten kontinuierlich nach oben. Da kann es sich lohnen, die Preise von Elektrofahrzeugen genauer zu betrachten.

Größtes Einsparpotenzial beim Heimladen

Denn während Benzinpreise weitgehend extern bestimmt werden, kann auf den Preis für das Laden eines Elektroautos deutlich mehr Einfluss genommen werden. Klar ist: Besonders günstig kommt man weg, wenn man zuhause lädt und dabei einen guten Stromtarif hat oder den Strom am besten gleich selbst produziert. Analysen des Vergleichsportals Verivox zeigen, dass Elektrofahrzeuge insbesondere bei Heimladung teilweise mehr als 50 Prozent geringere Energiekosten aufweisen als konventionelle Fahrzeuge. Bei einem typischen kompakten E-Auto mit einem Verbrauch von etwa 18 kWh pro 100 Kilometer können die Energiekosten sogar bei nur etwa 2,70 Euro pro 100 Kilometer liegen, wenn man überwiegend eigenen Solarstrom nutzt.

Lademöglichkeiten bei Einzelhandel und Arbeitgeber

Verbrenner müssen zur Tankstelle, doch für E-Autos gibt es neben Heimladen und öffentlichem Laden noch weitere Möglichkeiten, um die Batterie wieder voll zu bekommen: Viele Supermärkte bieten vergünstigte Ladestationen während der Einkaufszeit, einige Arbeitgeber haben subventionierte oder gar kostenlose Ladesäulen an ihren Standorten. Und auch Schnellrestaurants und Einrichtungshäuser bieten immer mehr Infrastruktur, um Gästen und Kund*innen ganz unkompliziert das Laden ihrer Elektroautos zu ermöglichen.

Es kommt auch auf die Ladeinfrastruktur an

Doch egal wie gut das Laden zuhause oder an Unternehmens- und Gewerbestandorten funktioniert: Das Laden unterwegs ist und bleibt für viele ein zentraler Bestandteil der Elektromobilität. Daher spielt auch die öffentliche Ladeinfrastruktur eine entscheidende Rolle. Der aktuelle Ladenetztest 2025 des Fachmagazins connect bestätigt den starken Ausbau dieser Infrastruktur in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Beim Test, der Ladequalität, Komfort und Service an öffentlichen Schnellladesäulen bewertet, sicherte sich Mer Germany deutschlandweit den zweiten Platz. Besonders hervorgehoben wurden die Zuverlässigkeit der Ladesäulen, praktische Bezahloptionen und komfortable Umgebungen an Ladeparks. Diese Ergebnisse bestätigen, dass die Ladeinfrastruktur nicht nur wächst, sondern sich auch qualitativ verbessert – ein entscheidender Faktor, wenn es darum geht, auch unterwegs entspannt elektrisch zu laden.

Angepasste Fahrweise spart beim E-Auto mehr

Wer also seine Energiekosten beim elektrischen Fahren niedrig halten möchte, fährt mit einer klugen Kombination aus Heimladen, Arbeitgeber-Ladung und günstigen öffentlichen Ladepunkten am besten. Aber auch die Fahrweise spielt eine Rolle: Elektroautos reagieren sensibel auf hohe Geschwindigkeiten. Wer vorausschauend und nicht immer mit Höchstgeschwindigkeit fährt, reduziert den Energieverbrauch, was wiederum selteneres Laden und damit niedrigere Gesamtkosten bedeutet. Durch die sogenannte Rekuperation, die Rückgewinnung von Bremsenergie, kann sogar Reichweite gewonnen werden. Solche Effekte sind bei einem Verbrennungsmotor nicht möglich. Zwar fällt eine angepasste Fahrweise auch hier ins Gewicht, aber der relative Einfluss auf die Gesamtkosten pro 100 Kilometer ist deutlich geringer.

Kostenfrage entscheidet sich nicht nur an der Tankstelle

Insgesamt zeigt sich: Die Frage nach den Antriebskosten beim Autofahren entscheidet sich heute nicht mehr allein an klassischen Tankstellenpreisen. Elektroautos bieten bei günstigen Ladeoptionen und geeignetem Nutzungsverhalten häufig deutliche Vorteile. Der Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur – unterstützt durch gute Service- und Qualitätsbewertungen wie beim Ladenetztest 2025 – macht es zunehmend einfacher und günstiger, elektrisch unterwegs zu sein. Klar, für die Gesamtrechnung spielen auch der Kaufpreis und andere Faktoren eine entscheidende Rolle. Aber hier gibt es bei Elektro-Autos gerade Bewegung, denn 2026 gibt es wieder eine neue E-Auto-Prämie, bei der je nach Einkommen und Fahrzeugart bis zu 6.000 Euro Förderung drin sind. Wer solche Angebote nutzen kann und dann auch seine Ladevorgänge strategisch plant, kann die Vorteile der Elektromobilität voll ausspielen.

 

Mer Germany

Michael Scherer

Über den Autor

Michael Scherer arbeitet seit 2021 bei Mer und unterstützt das Marketing-Team mit seinen Schreibfähigkeiten als Content & Communication Manager für Deutschland und Österreich.