Linien-E-Carsharing in Borgholzhausen: Eine neue Anbindung an die öffentlichen Verkehrsmittel

In der Kleinstadt Borgholzhausen in Nordrhein-Westfalen leben rund 9000 Menschen, die sich auf 55 Quadratkilometer Fläche verteilen. Etwa zwei Drittel der Menschen wohnen in kleinen Siedlungen, die teilweise sehr weit vom Stadtzentrum entfernt liegen. Vor Ort gab es schon länger den Wunsch, schwer erreichbare Gegenden an den öffentlichen Nahverkehr anzubinden. Die Idee vom „Linien-E-Carsharing“ wurde nun mit Mer erfolgreich umgesetzt: Wer am Bahnhof in Borgholzhausen aussteigt, kann ab April 2022 das vorhandene Linien-E-Carsharing-Angebot nutzen.

 

Mer ist der ideale Partner für das neue Mobilitätskonzept in Borgholzhausen, da es besondere Anforderungen gibt. Das Angebot ergänzt den ÖPNV-Fahrplan und besteht aus drei Säulen. Erstens gibt es die Möglichkeit des Linien-E-Carsharings: Privatpersonen können direkt am Bahnhof einen Opel Vivaro-e (9-Sitzer) mieten und als „Fahrer“ bis zu acht Personen mitnehmen, beispielsweise um den gemeinsamen Arbeitsplatz anzufahren.

 

Zweitens ist klassisches E-Carsharing geplant: Das Elektroauto Renault ZOE lässt sich flexibel und unkompliziert über eine Online-Plattform buchen. Für Unternehmen in der Region gibt es zudem die Möglichkeit, dass Stammkund*innen jeden Tag einen festen Slot buchen können, damit das Fahrzeug garantiert verfügbar ist. Durch diese Dreiteiligkeit soll die bestmögliche Auslastung und Wirtschaftlichkeit gewährleistet sein.

Das Ziel hinter: Das UrbanLand OstWestfalenLippe soll besser vernetzt werden. Nicht nur die Attraktivität der öffentlichen Verkehrsmittel wird durch das ergänzende Linien-E-Carsharing-Angebot erhöht, sondern auch Unternehmen in der Region profitieren von flexiblen Mobilitätsangeboten für die Mitarbeiter*innen. Für das Projekt arbeitet Mer mit verschiedenen Partnern zusammen, darunter die Stadt Borgholzhausen und der Energiedienstleister Westenergie. Das Vorhaben wurde im Landeswettbewerb „Mobil.NRW – Modellvorhaben innovativer ÖPNV im ländlichen Raum“ ausgewählt und wird von EU-Fördergeldern unterstützt.

 

Ein Schritt in die Zukunft

Borgholzhausen ist ideal geeignet, um das Konzept real zu erproben, denn die Gemeinde hat mehrere Tausend Arbeitsplätze geschaffen und verzeichnet rund 4000 Ein- und Auspendler*innen. Wer aus Osnabrück oder Bielefeld anreist und aus dem Zug steigt, kann sich mit einem Linien-E-Carsharing-Fahrzeug flexibel bewegen und die Quartiere leichter erreichen. Künftig werden „Kümmerer“ von Mer sicherstellen, dass die E-Carsharing-Fahrzeuge stets am Bahnhof vollgeladen, einsatzbereit verfügbar und sauber sind.

Gerade in ländlichen Gegenden, in denen auf einen Haushalt meist mehrere Fahrzeuge kommen, kann das innovative Konzept den Grundstein für eine nachhaltigere Zukunft legen. Wenn das Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln und eCarsharing gut ausgebaut ist, könnten viele Haushalte in Zukunft auf ein Zweitauto verzichten. Zudem gibt es neue Möglichkeiten für Personen, die kein eigenes Fahrzeug (vor Ort) besitzen.

Langfristig wollen die engagierten Bürger*innen in Borgholzhausen aber eine andere Vision verfolgen und mit dem neuen Projekt den Übergang zum autonomen Fahren einleiten. Besonders in Regionen, die nicht eng besiedelt sind, könnte die Anbindung von autonomen Fahrzeugen an die öffentlichen Verkehrsmittel eine sinnvolle Weiterentwicklung sein.

Das Projekt in Borgholzhausen zeigt, was einzelne Menschen bewegen können, wenn starke Partner mit Eigeninitiative, Motivation und Leidenschaft zusammenarbeiten. Nicht nur die Bürgerschaft, sondern auch die Umwelt profitiert davon, denn die Elektroautos fahren mit 100 % Ökostrom. Es ist nicht verwunderlich, dass die Kleinstadt wegen ihrer nachhaltigen Energieplanung bereits zweimal mit dem European Energy Award (EEA) ausgezeichnet wurde.

Wir von Mer kümmern uns um den operativen Ablauf in Borgholzhausen, also die Bereitstellung der Fahrzeuge und die Schaffung aller Plattformen und Schnittstellen. Wir kümmern uns darum, dass die Fahrzeuge zuverlässig zur Verfügung stehen und man via App ganz einfach das nächste Auto buchen kann. Bei Mer wollen wir durch E-Carsharing auch in ländlichen Gegenden die Vorteile individueller Mobilität mit nachhaltigen Lösungen verbinden. Unsere Vision besteht darin, dass Elektromobilität auch in der Fläche von möglichst vielen Menschen genutzt wird – darin haben wir bereits jahrelange Erfahrung. Auch wenn der Gedanke noch ungewohnt ist: Elektroautos machen auf dem Land enorm viel Sinn, denn Strom gibt es schließlich fast überall.

 

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