Mal was Gutes

„Das sieht schon ganz gut aus, aber das geht noch besser, oder?“ Von der Präsentation im Büro bis hin zur Wohnungsbesichtigung: Das kleine Wörtchen „gut“ gilt in der heutigen Gesellschaft nicht unbedingt als Qualitätsmerkmal. Vielmehr hinterlässt es ein fades Gefühl, weil scheinbar noch viel Raum nach oben besteht. Warum das „Gute“ wieder mehr Wertschätzung verdient.

Datum:

04.08.2021

Lesezeit:

3 min

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Mer Solutions GmbH

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Mer Solutions GmbH

Gut, besser, noch besser, am besten – und keinen Deut darunter. Es fällt vielen Menschen schwer, sich mit der Beurteilung „gut“ zufriedenzustellen, weil der Superlativ immer in Reichweite ist. Das ist nicht verwunderlich, denn das tägliche Leben erzieht uns regelrecht zum Optimierungswahn. Jeder Moment muss effizient gefüllt und ausgereizt werden, um noch schneller zu arbeiten und die bestmöglichen Ergebnisse zu liefern. Und so hetzen wir durch den Alltag, um in möglichst vielen Lebensbereichen ein Upgrade von „gut“ auf „am besten“ zu erzielen.

Wahrlich besteht die Herausforderung darin, in dieser hypermedialen Welt nicht in die Falle der ständigen Optimierung zu tappen. Stimulierende Impulse lauern überall: Im digitalen Zeitalter kann man rund um die Uhr miteinander kommunizieren, Termine organisieren und Einkäufe tätigen. Beim Abendessen liest man kauend auf dem Smartphone die neuesten Updates, während Netflix im Hintergrund läuft und zeitgleich das Telefon klingelt. Einfach nur dasitzen und entspannt mit dem Partner sprechen – das scheint nicht mehr auszureichen, weil man so vieles gleichzeitig erledigen kann.

Das Hamsterrad dreht sich immer schneller, und sobald aus dem Wörtchen „gut“ endlich der Superlativ geworden und das eigentliche Ziel erreicht ist, geschieht eine unerwartete Wendung. Man stürzt sich unzufrieden auf den nächsten Lebensbereich und verspricht sich durch das Upgrade von „gut“ auf „besser“ erneut mehr Lebensqualität und Zufriedenheit.

 

Immer auf der Überholspur

Dieses ständige Lechzen nach Verbesserung spiegelt sich auch im gegenwärtigen Konsumverhalten wider. Viele Menschen kaufen am Black Friday willkürliche Gegenstände, von denen sie am Vortag noch gar nicht wussten, dass sie sie jemals brauchen würden. Warum? Weil das Leben durch den größeren Flachbildfernseher vielleicht etwas besser und aufregender wird. Womöglich will man damit auch eine innere Leere füllen, die ansonsten kaum greifbar ist. Sobald das Nettogehalt es zulässt, wird das Haus verschönert, die Küche renoviert und das Auto ersetzt. Es scheint immer etwas Besseres zu geben, ausnahmslos in jedem Lebensbereich. Aus dieser Perspektive betrachtet ist das kleine Wörtchen „gut“ schon lange nicht mehr gut genug.

Obwohl ein solcher Wettlauf kurzfristig befriedigen kann, führt er nach einigen Jahren in eine zermürbende Endlosschleife: mehr Geld, mehr Konsum, mehr Arbeit. Einige Menschen verschulden sich sogar, um das vergängliche Gefühlshoch zu spüren. Das Leben auf der Überholspur erfordert auch zeitliche Opfer, weil man die Zeit an anderen Stellen abzwacken muss. Notwendige Abstriche werden häufig bei der eigenen Familie gemacht, die man ohnehin schon viel zu selten sieht, oder bei Freunden, Verwandten und Liebespartnern. Im Optimierungswahn schaut man ständig hektisch nach oben und vernachlässigt dabei Freizeitaktivitäten, die enorm wichtig für das eigene Seelenheil wären. Ist es das wirklich wert?

Das Verlangen nach endloser Optimierung

Paradoxerweise dient dieser niemals endende Marathon überwiegend dem Ziel, endlich „gut genug“ zu sein. Jeder Mensch hat einen inneren Kritiker, der zuweilen unbarmherzig urteilt und den eigenen Wert infrage stellt. Die US-Autorin Sharon Salzberg hat eine interessante Entdeckung zu diesem Thema gemacht: Salzberg fragte den Dalai Lama einmal auf einer Konferenz, was er über schwindendes Selbstwertgefühl und Selbsthass erzählen könne. Der Mönch verstand die Frage nicht, auch die zusätzlichen Erläuterungen seines buddhistischen Übersetzers halfen nicht weiter. Es war dem Dalai Lama ein Rätsel, wie ein Mensch sich selbst nicht mögen könnte. In Tibet käme ein solches Phänomen nicht vor, sagte er verwundert.

Ein Leben, in dem man sich selbst vollkommen genügt, scheint in der westlichen Welt eher die Ausnahme zu sein. Die meisten Menschen wachsen mit dem Gefühl auf, dass das Leben einer Baustelle gleicht, die unaufhörlich verbessert und optimiert werden sollte. Genau hier liegt das Problem, denn solange es etwas zu verbessern gibt, ist das jetzt Vorhandene nicht ausreichend. So entsteht das unaufhörliche Verlangen, noch besser, größer, mächtiger, schneller und reicher zu werden. Wenn man rastlos nach „dem Besten“ strebt, fällt der Blick automatisch auf all die fehlenden Dinge, die im eigenen Leben (noch) nicht vorhanden sind. Perfektionisten schauen immer zitternd nach oben und stehen mit einem Fuß in der unsicheren Zukunft. Nichts wird jemals gut genug sein.

Ein Leben außerhalb der Superlative 

Gemeinsam als Gesellschaft sollten wir einmal kurz innehalten und uns bewusst machen, warum das Gute vollkommen ausreichend ist. Wer einfach nur „gute“ Kleidung tragen möchte, verzichtet bewusst darauf, dem nächsten Trend hinterherzujagen und unzählige Kleidungsstücke anzuhäufen, die im Schrank verstauben. Wenn ein Projekt für das ganze Team „gut gelaufen“ ist, bedeutet das, dass alle Beteiligten zuverlässig ihren Job erledigt haben. Wer hingegen manisch ein hochgelobtes Projekt nach dem anderen abschließen will, um jedes Mal erneut alle Erwartungen zu übertreffen, sitzt häufig bis Mitternacht im Büro. Noch einmal die Frage: Wozu das Ganze?


Es ist an der Zeit, aus diesem Hamsterrad auszusteigen und die guten, einfachen Dinge im Leben wertzuschätzen. Das Wort „gut“ beschreibt ein angenehm positives Gefühl, das mit Simplizität, Unbeschwertheit, Wohlwollen, Toleranz und Sinnhaftigkeit einhergeht. Besinnliche Gespräche können „gut“ sein, ebenso wie fesselnde Bücher, schöne Melodien, hochqualitative Produkte oder kleine Gesten der Dankbarkeit.


Wer nicht ständig dem Superlativ hinterherrennt, kann morgens verschlafen ins weiche Kissen zurücksinken, ohne dabei ein schlechtes Gewissen zu haben. Das Gute steht für Zufriedenheit, Wertschätzung und Qualität im richtigen Maße. Sobald wir das Gute anerkennen, erhalten wir dafür eine große Belohnung: ein achtsames, erfülltes Leben in der Gegenwart.

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