Stell dir vor, es geht ums Klima und alle laden mit

Piotr Sniady leitet das Business Development bei Mer und arbeitet mit seinem Team daran, die Produkte und Prozesse noch effizienter zu gestalten. Neben der energiewirtschaftlichen Optimierung hat Piotr noch ein anderes Anliegen: Er möchte das Elektrofahrzeug zum flexiblen Stromspeicher machen. Im Interview spricht er über eeFlatNeo und die nächsten Schritte.

Datum:

01.09.2021

Lesezeit:

3 min

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Mer Solutions GmbH

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Mer Solutions GmbH

Immer mehr Menschen erkennen die Dringlichkeit von Umweltschutz und setzen sich mit sauberer Energie auseinander. Wie nimmst du diese Veränderung wahr?

Die Folgen des Klimawandels sind inzwischen so präsent, dass man nicht mehr wegschauen kann. Überschwemmungen und Brände finden nicht mehr fernab von unserem Alltag statt – jetzt sind alle davon betroffen. Dadurch werden die Menschen zum Nachdenken angeregt und fragen sich: Wie kann ich einen Beitrag leisten? Elektrofahrzeuge sind eine gute Möglichkeit, um die Umwelt zu entlasten, ohne dabei große Kompromisse einzugehen. Das funktioniert jedoch nur in Verbindung mit Ökostrom

 

Was macht Elektromobilität so attraktiv?

Zum einen natürlich der Umwelt-Gedanke, aber auch die steuerlichen Vergünstigungen der Bundesregierung waren meiner Meinung nach eine großartige Idee. Damit steigt die Nachfrage und die Zukunftstechnologie kann weiterentwickelt werden, um konventionelle Marktpreise zu erreichen. Beim E-Auto entscheiden sich viele für einen Plug in Hybrid, dessen Umweltbilanz stark diskutiert ist. Jedoch sehen wir das als ersten Schritt in die Elektromobilität: Beim nächsten Kauf steigen Fahrer*innen dann vielleicht schon ganz auf Elektro um. Inzwischen wird ja auch die Ladeinfrastruktur immer weiter ausgebaut und die reinen „Stromer“ haben mittlerweile eine Reichweite von 400 bis 500 Kilometern – und diese wird jedes Jahr länger.

 

Mer bietet für elektrische Dienstwagen die Komplettlösung eeFlat an. Woher kam die Idee?

Die Grundidee für eeFlat besteht darin, dass wir unseren Kunde*innen, den Flottenmanager*innen und Fahrer*innen die komplizierten Prozesse im Hintergrund, wie zum Beispiel Installation der Wallbox oder die Wartung, abnehmen. Außerdem decken wir alle Ladevorgänge mit Ökostrom ab – in der eigenen Garage, am Firmenstandort oder unterwegs.

 

eeFlatNeo ermöglicht einen netzoptimierten Ladevorgang. Was genau versteht man darunter?

Wir verschieben das Aufladen in die Nachtstunden, wenn sich die Netzsituation entspannt, also zwischen 22 Uhr und 5 Uhr morgens. Unsere Stromnetze sind nämlich nicht dafür ausgelegt, dass jeder Fahrer direkt nach Feierabend um 18 Uhr sein Elektroauto lädt.

 

Kann man überprüfen, welche Autos am Netz sind?

Unseren Wallboxen werden an ein Smart Meter Gateway, das mit dem Stromzähler verknüpft ist und eine SIM-Karte enthält, angeschlossen. Diese moderne Messtechnik heißt „intelligentes Messsystem“ und damit können wir auf die Viertelstunde genau messen, was das E-Auto an Strom gezogen hat. Sprich, wir suchen durch unser Prognose-Tool nach den Momenten der Nacht, in denen am meisten Erneuerbare Energie produziert wird, und laden genau dann die Autos auf.

 

Was ändert sich für die Fahrer durch eeFlatNeo?

Das Auto wird zwar in der eigenen Garage geladen, aber nicht kontinuierlich. Der Ladevorgang startet nicht automatisch beim Anstecken an die Wallbox, sondern erst ab 22 Uhr. Es kann auch sein, dass es um 22 Uhr noch keinen Überschuss gibt, aber dann um 1 Uhr nachts und der Ladevorgang erst dann startet. Wenn jemand aber tagsüber bemerkt, dass das Auto nur noch 10 Prozent anzeigt, er abends aber noch zu einer Veranstaltung fahren will, ist das natürlich auch problemlos möglich: In unserer App lässt sich die Neo-Funktion ausschalten, um jederzeit mit voller Power aufzuladen. . Nach der Installation geben wir unseren Fahrer*innen in einer Übergangsphase die Möglichkeit, das Auto „normal“ zu laden und sich an die Ladeinfrastruktur zu gewöhnen. Erst nach drei Monaten aktivieren wir die Neo-Funktion.

 

Warum leistest du mit deinem Team einen wichtigen Beitrag zur Verkehrs- und Energiewende?

Was uns vor allem antreibt, ist das Speicherpotenzial: Elektroautos sind zwar noch keine Erzeuger, aber steuerbare Verbraucher. Im Bereich der Erneuerbaren Energien und deren dynamischem Ausbau muss man bedenken, dass der Strom nicht auf Knopfdruck produziert wird. Und große Energiespeicher sind teuer. Deswegen müssen wir unseren Verbrauch anpassen. Gut gemanagte Elektromobilität hat diese Flexibilität. Zudem bieten E-Autos eine dezentrale Speicherkapazität, die automatisch eingebaut ist und keine zusätzliche Investitionen benötigt. Unser Ziel besteht darin, dass Elektroautos in naher Zukunft nicht nur Stromverbraucher sind, sondern auch Strom wieder ins Netz einspeisen, wenn Eneuerbare Energien zum Beipsiel gerade keinen Strom produzieren.  

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